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Handgemacht und unheimlich: Das Graveyard-Diorama von JunkDrawer Studio

Beim letzten Schmökern durch YouTube bin ich über folgendes Diorama-Video gestolpert. Es beinhaltet unglaublich viele Ideen, Tipps & Tricks, Techniken anderer YouTuber, zeigt Fehler bei der Umsetzung und Tipps aus der Community, um einiges besser zu machen. 

Im Video “Scratch Built Graveyard Diorama! (SUPERCUT) // JunkDrawer Studio Ep 015” wird Schritt für Schritt gezeigt, wie ein detailreiches Friedhofs-Diorama komplett aus einfachen Materialien von Grund auf gebaut wird. Der Fokus liegt auf kreativen Basteltechniken, Texturierung und der atmosphärischen Gestaltung einer gruseligen Miniatur-Szene.

Wirklich gelungen finde ich die vielleicht sinnbefreiten Schädel-Stäbe, die in anderen Szenarien besser passen würden, die Kerzen von BlackMagicCraft, die Steinplatten der Gehwege aus Eierkarton, das schrullige Gesicht im Stamm des Baumes, generell die Laternen (mit kleiner Einschränkung siehe unten), die handgeschnitzen Grabsteine und besonders hervorzuheben, die Eck- und Zwischensäulen des Friedhofzaunes.

Verbesserungswürdig finde ich andereseits das Dach des Mausoleums, dessen Farbe zwar am Ende gar nicht so schlecht aussieht, dem Diorama aber etwas comichaftes verleiht und aus meiner Sicht daher doch unpassend wirkt. Schrecklich und vielleicht etwas schlampig sind die letzten Zentimeter der Äste des Baumes, die bis zuletzt als verdrehter Draht geblieben sind. Das macht für so ein zentrales Motiv des Friedhofes einiges kaputt... Das Gesicht des Totengräbers hätte trotzdem ein bisschen Wash bzw Highlights vertragen, da er ja auch ein Kernelement der Szene ist. Das Laub-Flock ist sehr stimmig in Größe und vor allem Farbgebung, ich würde aber noch erkennbare Blätter von Laubbäumen (von der zentralen Baum-Art im besten Fall) verwenden. Das würde das über den Friedhof verwehte Laub noch stimmiger machen. 

Interessant fand ich die Pfeifenreiniger-Drähte um daraus einen Baum zu machen - Kannte ich so noch nicht. Der Überzug aus Massen von Heißkleber wirkt etwas unökonomisch und stellt für mich die Eignung deses Grundmaterials etwas in Frage, was meine anfängliche Begeisterung gedämpft hat. 

Zum oben angesprochenen Friedhofszaum finde ich die Idee, Knochen als Querstreben beim Eingangstor zu verwenden, einfach genial und seeehr stimmungsvoll. Ganz im Gegenteil zu den wirklich geeigneten Cocktail-Sticks, die jedoch Querstreben vertragen hätten. Das sieht in dem angestrebten Maßstab und der damit einhergehenden Durchgänglichkeit somit zu unrealistisch aus - Auch in einer Fantasy-Szene.

Aber alles in allem finde ich das Video wirklich gelungen und vor allem äußerst kurzweilig. Viel Spaß also beim Ansehen.

M.

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